Die "10 Geh-bote des Pilgerns"

 

In einem Abendbeitrag des WDR zum Thema Jakobsweg wurden zwischen den einzelnen Filmsequenzen immer wieder kurze, sinnige Texte eingeblendet, die sich mit der Thematik des Jakobswegs beschäftigten.


Wie ich später im Internet recherchieren konnte, handelte es sich hierbei um die sogenannten „10 Geh-bote des Pilgerns“. Ursprünglich sollen sie auf einem Zettel in der Kathedrale von Santiago de Compostela hinterlegt worden sein.


Wie ich heute aus eigener Erfahrung weiß, liegt in diesen                  10 Geh-boten viel Weisheit und Wahrheit.

 

Sie lauten:


Geh
Es gibt fürs Pilgern kein besseres Fortbewegungsmittel als das Gehen. Nur Gehen! Darum geht es.


Geh langsam
Setz dich nicht unter unnötigen sportlichen Leistungsdruck. Du kommst doch immer nur bei dir selber an.


Geh leicht
Reduziere dein Gepäck auf das Nötigste. Es ist ein gutes Gefühl, mit wenig auszukommen.


Geh einfach
Einfachheit begünstigt spirituelle Erfahrungen, ja sie ist sogar die Voraussetzung dafür.


Geh alleine
Du kannst besser in dich gehen und offener auf andere zugehen.


Geh lange
Auf die Schnelle wirst du nichts kapieren. Du musst tage-, wochenlang unterwegs sein, bis du dem Pilgerweg allmählich auf die Spur kommst.


Geh achtsam
Wenn du bewusst gehst, lernst du den Weg so anzunehmen, wie er ist. Dies zu begreifen, ist ein wichtiger Lernprozess und  braucht seine Zeit.


Geh dankbar
Alles - auch das Mühsame - hat seinen tiefen Sinn. Vielleicht erkennst du diesen erst später.


Geh weiter
Auch wenn Krisen dich an deinem wunden Punkt treffen, geh weiter. Vertraue darauf: Es geht, wenn man geht.


Geh mit Gott
Es pilgert sich leichter, wenn du im Namen Gottes gehst. Wenn Gott für dich in weite Ferne gerückt ist, könnten dir die Geh-bote 1-9 helfen, das Göttliche in dir wieder zu entdecken.