Tag 7. Von Bad Münstereifel nach Blankenheim

Am 12.10.2010

Strecke 23 Kilometer (Gesamt 153 Km)

 

Die letzten Wanderungen hatten mir nachhaltig gut getan und da ich eh frei hatte, habe ich direkt noch einen weiteren Wandertag nachgelegt.

Mittlerweile habe ich mir einen neuen 60 Ltr. DEUTER Rucksack zugelegt, da ich ihn für mein weiteres Vorhaben sowieso irgendwann brauchen würde.

Da es in entsprechenden Foren empfohlen wird, sollte man die persönlichen Einstellungen am Rucksack im Rahmen von Probewanderungen ermitteln.

Zu diesem Zweck habe ich dann meinen Rucksack bis zu der von mir hochgerechneten Gewichtsgrenze von 13 Kg vollgepackt.

Die  allgemeine Gewichtsempfehlung lautet zwar auf 10 Kg, bezieht sich aber auch auf Pilger die durchweg in Herbergen übernachten. Für ein noch zu erwerbendes Zelt, die Iso-Matte und den Schlafsack habe ich drei zusätzliche Kilogramm einkalkuliert.

Mit dem Auto ging es danach nach Bad Münstereifel.

Außerhalb der Stadtmauer fand ich einen Parkplatz für meinen Wagen. Danach den Rucksack auf und los. Zunächst ging es für gut einen Kilometer steil bergauf auf die Höhen. Mit dem schweren Rucksack kam ich ganz schön ins Pusten. Es war verdammt kalt an diesem Morgen und überall auf den Wiesen und an den Bäumen fand sich eine dicke Schicht Raureif.

 Auf dem Bergrücken angekommen verlief der Weg zunächst über ein wenig bewaldetes Hochplateau.

Die Sonne stand mittlerweile deutlich über dem Horizont. Es war ein tolles Bild. In den Tälern lag schwerer Nebel und auf der Höhe schien die Sonne vom frostblauen Himmel.

Bald führte der Weg dann doch wieder in ein Waldgebiet. Hier bot eine Bank im Sonnenlicht einen willkommenen Platz zu einer kurzen Rast.

Trotz Sonneneinstrahlung war es aber immer noch empfindlich kalt, obwohl es schon fast auf Mittag zuging.

Nach der Walddurchquerung folgte der Weg kleinen Verbindungsstraßen zwischen einzelnen Gehöften oder kleinen Ortschaften.

So ging es immer leicht bergauf und bergab, teilweise war die zu bewältigende Strecke auf mehrere hundert Meter einzusehen.

In einer kleinen Ortschaft kam ich ins Gespräch mit einer älteren Dame. Sie fragte mich nach dem vorher und wohin. Ich war überrascht über ihren einheimischen Dialekt. Nach Köln und Euskirchen war dies nun schon der dritte Dialekt, der mir zu Ohren kam und dass nach nur sieben Tage Wandern.

 

Nach einem kurzen Stück über eine heideartige Hochfläche gelangte ich dann auf die Trasse der alten römischen Heerstraße.

 

Diese verläuft schnur geradeaus kilometerweit durch einen Nadelwald. Die Heerstraße ist heute aufgeschottert.

Mittlerweile war es früher Nachmittag und die Sonne knallte auf den Weg. So wurde es mir an diesem Tag doch noch ganz schön warm.

Am Ende der Heerstraße gelangt man in das Gewerbegebiet von Blankenheim. Von hier aus führt ein Waldweg geradewegs zur Burg Blankenheim, die als Jugendherberge genutzt wird. Vom Burggelände gelangte ich über einen steilen Weg hinab in den Ort Blankenheim.

Auf halber Höhe liegt eine Kirche mit Pfarramt. Hier bekam ich problemlos meinen Pilgerstempel, obwohl das Pfarrbüro gerade Mittagspause hatte.

In Blankenheim entspringt mitten im Ort die Ahr.

Der Quelltopf ist mit einem kleinen Häuschen überbaut. Von hier aus nimmt die Ahr, zunächst als kleiner, eingefasster Bach, ihren Lauf.

Nach einem kurzen Rundgang durch das Dorf Blankenheim und einem erfrischenden Pils auf einer sonnigen Terrasse nahm ich dann den Taxibus zurück nach Münstereifel.

Von der Landschaft und der Witterung her, war es der bislang schönste Wandertag. An meinem Rucksack habe ich verschiedene Einstellungen ausprobiert und habe, so glaube ich, eine geeignete gefunden.

Es war eine völlig neue Erfahrung, da ich bislang noch nie mit einem Rucksack mit Hüftgurt gegangen bin. Die 13 Kg machten sich aber auf die Dauer ganz schön bemerkbar, so dass ich die Gewichtsverteilung mehrmals von den Schultern auf das Becken und wieder zurück gewechselt habe. Wahrscheinlich ist ein derartiges Gewicht einfach noch zu ungewohnt.

Insbesondere auf der Heerstraße machte sich ein unangenehmes Kribbeln unter den Fußsohlen bemerkbar. Ich glaubte schon, dass mich wieder diese Fersenschmerzen ereilen würden. Sie blieben aber überraschender Weise aus. Ich werde mich um geeignete Sporteinlagen für meine Schuhe bemühen müssen.

 

Irgendwie habe ich allmählich Blut geleckt und kann die nächste Wanderung kaum erwarten. Der Wetterbericht für die nächste Zeit sah allerdings ganz schön bescheiden aus.