Tag 1. Von Wuppertal nach Wermelskirchen.

Am 25.05.2010

Strecke 22 Km (Gesamt 22 Km)

 

Heute sollte es nun endlich soweit sein. Der Wetterbericht versprach schönes Wetter und ich konnte mir kurzfristig frei nehmen. Also zog ich meine flammneuen Wanderschuhe an, packte ein wenig Verpflegung in meinen alten Rucksack und fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum ausgewählten Startpunkt Wuppertal-Beyenburg.

Hier suchte ich zunächst die Klosterkirche auf. Im dortigen Pfarramt holte ich mir meinen ersten Pilgerstempel ab. Irgendwie war ich hierbei ein wenig nervös oder besser gesagt aufgekratzt. Die Dame im Pfarramt wünschte mir einen guten Weg und schon konnte es losgehen. Ich war gespannt darauf, was noch alles auf den Wanderungen auf mich zukommen würde. Und voller Vorfreude ging ich los.

Zunächst ging es dann entlang des Beyenburger Stausees und durch ein größeres Waldgebiet in Richtung Remscheid. Hier, kaum eine Stunde unterwegs, habe ich mich das erste mal Verlaufen, da keine Wegmarkierungen mehr zu sehen waren. Jedenfalls erkannte ich links im Tal das Örtchen Dahlerau, welches wesentlich näher an Radevormwald als an Remscheid liegt. Frei Schnauze habe ich mich immer bergwärts gehalten und stieß auf dem Bergrücken inmitten von Wiesen und Feldern wieder auf den gekennzeichneten Weg.

Durch eine eher heideähnliche Landschaft ging es dann am Einlauf zur Herbringhauser Talsperre entlang über Feld- und Fahrwege nach von Remscheid-Lennep. Der alte Ortskern ist sehr malerisch. Hier finden sich zahlreiche Schiefer- und Fachwerkhäuser im bergischen Stil. Direkt am Weg lag ein Pilgershop, in dem es neben Brauchbaren auch allerhand Nippes gibt. Auf jeden Fall gab es hier den zweiten Pilgerstempel in meinen Pilgerpass. Hinter dem Stadtkern führt die Strecke zunächst über stark befahrene Kreis- und Landstraßen aus dem Ort hinaus. Mittlerweile war es Mittag geworden und die Sonne brannte beachtlich vom Himmel.

Schon bald gelangte ich, zunächst am Rande eines Industriegebietes entlang, wieder an Wiesen und in kühle Hochwälder. Hier legte ich dann auch eine Rast ein. Ich fand es erstaunlich, aber bis auf einen Mountainbiker und einigen wenigen Spaziergängern mit Hunden ist mit auf meinem Weg bislang kaum jemand begegnet. Vielleicht lag es daran, dass ich Wochentags unterwegs war.

Kurz nach der Rast erreichte ich die Eschbachtalsperre. Sie liegt malerisch im Wald, jedoch nahe der BAB A1 Raststätte Remscheid. Der unablässige Autobahnverkehr ist deutlich zu hören. Ab der Sperrmauer führte der Weg dann ständig bergauf, bis hinein nach Wermelskirchen. In Wermelskirchen habe ich leider vergebens einen schönen Biergarten gesucht, um ein wohlverdientes Bierchen zu trinken. Letztendlich landete ich in einem Café direkt am Rathaus. Hier gab es ein viel zu kaltes Bier aus Flaschen. Meinen Durst hat es trotzdem gestillt.

Von Wermelskirchen fuhr ich dann mit dem Bus über Solingen-Burg nach Hause. Schon beim Anstieg nach Wermelskirchen hinauf schmerzte mein linkes Knie. Ein stechender Schmerz, mittig außen am Gelenk.

Dieser Schmerz steigerte sich im Laufe des Abends derart, dass ich kaum noch die Treppe in unserer Wohnung hinauf kam.

Eine Recherche im Internet führte zu der Selbstdiagnose „runners-knee“. Dieses stellt sich für gewöhnlich bei plötzlicher Überforderung des Gelenks oder aber durch falsches Schuhwerk ein.

Ich habe erst einmal positiv gedacht und den Gedanken an falsches Schuhwerk weit nach hinten verdrängt. Schließlich muss ein „Couch-Potato“ damit rechnen, wenn er untrainiert eine gut 20 km Strecke im hügeligen Gelände auf sich nimmt. Ansonsten habe ich diese erste Etappe gut überstanden und in der Folgenacht geschlafen wie ein Bär.

Dank Kühlung und moderner Sportsalben hatten sich die Kniebeschwerden innerhalb von zwei – drei Tagen völlig gelegt.