Tag 5. Von Bornheim nach Euskirchen

Am 25.05.2010

Strecke 25 Km (Gesamt 109 Km)

 

In den letzten Tagen wuchs bei mir wieder einmal der Wunsch zum Abschalten. Im Beruf lag nichts Besonderes an und alle Kollegen waren im Dienst. Es bot sich also förmlich an, kurzfristig frei zu nehmen. Mittels Bundesbahn und den Kölner Verkehrsbetrieben ging es zielstrebig direkt nach Bornheim - Walberberg.

Nach einem kurzen Aufstieg auf den Höhenzug gelangte ich an den riesigen Kottendorfer Forst. Von hier aus ist ein letzter Blick in die Rheinebene möglich, bevor man kilometerweit durch das Waldgebiet läuft.

Diesmal habe ich mich nicht verlaufen, da die wenigen Wegkreuzungen gut ausgeschildert waren.

Nachdem ich eine große Sand- oder Kiesgrube mitten im Wald passiert hatte, war auch schon der Weg zum Zwister Türmchen ausgeschildert. Hierbei handelt es sich um den verblieben Turm einer ehemaligen Kapelle, der auf dem Höhenzug vom Voreifelland aus weithin sichtbar ist. Hier traf ich auf meinem bisherigen Weg erstmals auf Menschen (eine Schülergruppe), die sich offensichtlich mit dem Jakobsweg beschäftigten. Auf dem Platz vor dem Türmchen ist ein großes Jakobsmuschelsymbol in die Pflasterung eingearbeitet

Nach einem kurzen Abstieg gelangte ich bald an die Erft. Ich war überrascht, dass es sich hierbei um einen Fluss von kaum drei Metern Breite handelt. Irgendwie hatte ich mir die Erft größer vorgestellt. Meistenteils fließt sie gemächlich in ihrem von Menschenhand eingefassten Bachbett. Sie hinterlässt dennoch einen relativ natürlichen Eindruck.

Der Pilgerweg folgt über Kilometer dem Erftverlauf und führt durch einsame, landwirtschaftlich genutzte Felder und Wiesen.

Irgendwann erreichte ich den Stadtrand von Euskirchen in einem schön angelegten Park. Bereits einige hundert Meter weiter befand ich mich auch schon im Stadtzentrum. Zunächst holte ich mir im Pfarramt der Kirchengemeinde St. Martin meinen Pilgerstempel ab.

Danach gab es noch eine kurze Rast auf dem Marktplatz, bevor es dann mit der Bundesbahn über Köln zurück nach Solingen ging.

Dieser Wandertag war ausgesprochen erholsam. Auf den weiten Strecken durch den Kottendorfer Forst und entlang der Erft stieß ich kaum auf andere Personen. Beim Rauschen des Waldes und Plätschern der Erft konnte ich so richtig die Seele baumeln lassen. Das Wetter spielte auch mit, obwohl ein merklich kühler Wind blies. Kurzum ein rundum gelungener Wandertag.

 

Wie schon bei der letzten Wanderung war ich froh, dass ich mir den Pilgerführer aus dem Outdoor Verlag besorgt hatte. Die Wegbeschreibung ist eindeutig und sehr ausführlich. In dem zunächst beschafften Wanderführer vom Bachem Verlag (Wuppertal-Köln-Trier) lag der Schwerpunkt eher in der Beschreibung sakraler Gebäude, die Wegbeschreibung wurde jeweils nur kurz und knapp abgehandelt. Dieses ist bei den Outdoor Büchern genau umgekehrt.

 

In den nächsten Tagen schmerzten mir die Fußsohlen unter der Ferse bei jedem Schritt. Vielleicht sollte ich mich doch einmal um geeignete Schuheinlagen kümmern.