Tag 22. Von Autreville nach Neufchâteau

Am 10.09.2011

Strecke 25 Km (Gesamt 537 Km)

 

Ich hatte nach dem Abendessen noch eine Idee, die ich sofort in
die Tat umsetzte.

In meinem Zimmer gab es eine Schreitischlampe. Diese legte ich flach auf die Seite, knipste sie an und stellte meine Digitalkamera nur wenige Zentimeter vor die Glühbirne. Zuvor hatte ich alle
Schächte und Klappen an der Kamera geöffnet. Wann immer ich des Nachts wach wurde, habe ich die Position der Kamera geändert, um sie so rundum einmal richtig durchzuheizen.

Es war eine gute Idee, mit neuen Batterien versehen nahm die Kamera, wenn auch widerwillig ihren Dienst wieder auf.

Heute war ein wunderschöner Tag und keine Wolke war am  Himmel zu sehen. Ich nahm ein reichhaltiges Frühstück zu mir, zu dem es
sogar ein Stückchen Streichkäse gab. Danach machte ich mich gegen 08.45 h fertig für den Aufbruch.

Schon bald lag das kleine Dörfchen Autreville hinter mir und ich wanderte wieder durch riesige Feld- und Ackerflächen über einen schmalen geteerten Fahrweg in Richtung alte Römerstraße.

Nach etwa zwei Kilometern hatte ich diealte Römertrasse erreicht. Wie schon am Vortag ging es Kilometer um Kilometer immer geradeaus. Zur rechten Hand, in etwa einem Kilometer Entfernung die Hügelkette, zur linken Hand leicht gewellte aber insgesamt eher flache Agrarflächen. Bis St. Elophe brauchte ich nicht einmal Ansatzweise zu befürchten, dass ich mich verlaufen könnte.

Nach Stunden auf dem Schotterweg erreichte ich dann das Örtchen St. Elophe mit seiner alten Kirche. Hier ist schon im Mittelalter Jeanne d’Arc in den Gottesdienst gegangen, da sie unweit von hier, in Domrémy-La-Pucelle, geboren wurde.

Vom Platz vor dem Kirchenportal ergibt sich ein schöner Ausblick hinab in das Tal des „Vair“ einem Zufluss der Maas, den ich im weiteren Wegverlauf schon bald überqueren musste.

In der Tallage des „Vair“ ging es dann im Ort  Soulosse-Sous-St.Elophe ein kurzes Stück entlang der stark befahrenen N 74, bevor der Weg nach links in den Ortsteil Fruze abbog. Hier ab Fruze führte der Weg zunächst für eine längere Strecke durch ein einsames Bachtal und später, immer entlang des Baches, durch ein großes Waldgebiet.

So erreichte ich den Ort Rollainville, der sich im oberen Bereich des Tales befindet. Hier schien die Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein. Im Ortskern traf ich vor einem Haus eine Anwohnerin, die mir auf meine Bitte hin die Trinkflasche mit frischem kaltem Wasser auffüllte.

Etwa eine halbe Stunde später hatte ich den Hügelkamm überquert. Über eine einsame Anliegerstraße ging es dann auch schon hinab nach Neufchâteau.

In Neufchâteau angekommen begab ich mich zunächst einmal zur Touristeninformation. Hier ließ ich mir den Weg zum Campingplatz anhand eines Stadtplanes erklären. Die Angestellte gab sich in Anbetracht der Sprachschwierigkeiten auch alle Mühe, mir den Weg zu erläutern. Ganz nebenbei bekam ich hier auch einen Stempel.

Danach begab ich mich zunächst auf den Campingplatz. Der war geöffnet, der Empfang aber nicht besetzt. Dafür hing ein mehr- sprachiges Schild aus, dass man seinen Stellplatz frei wählen könne. In den Abendstunden sei das Büro dann besetzt. Ich war erstaunt. Ich hatte den gesamten Campingplatz für mich alleine. Also suchte ich mir einen schönen Platz unter einem Baum aus. Hier lagen auch ein paar Findlinge als Sitzgelegenheit in der Nähe. Die Sanitäranlagen waren blitzsauber. Erst in den späteren Abendstunden kam das eine oder andere Wohnmobil auf dem Platz hinzu.

Nach dem Zeltaufbau begab ich mich entlang des Flusses „Mouzon“ in die Innenstadt von Neufchâteau. Hier gab es zwei belebte Einkaufs- straßen. Ich setzte mich in ein Straßencafé, trank zwei erfrischende Biere vom Fass und schaute dem quirligen Treiben zu. Irgendwie hatte das Straßengeschehen schon ein wenig südländisches Flair. Danach machte ich einen kleinen Stadtrundgang und besorgte mir in einem Supermarkt die Zutaten für ein Abendbrot.