Tag 20. Von Liverdun nach Toul

Am 08.09.2012

Strecke 19 Km (Gesamt 483 Km)

 

Ich bin mit dem Auto ganz gut durchgekommen, so dass ich genau  um 12:02 h am Rathaus von Liverdun war. Die Damen vom dortigen Bürgerbüro waren gerade dabei, die Türen zur Mittagspause abzuschließen. Nach Bitten und Betteln meinerseits erklärte sich eine der Damen bereit, mir doch noch einen Stempel in den Pilgerpass zu drücken.

Erst danach zog ich mir die Wanderschuhe an, setzte meinen Hut auf und holte den Rucksack aus den Wagen.  Sorgfältig überprüfte ich nochmals, ob irgendwelche Parkbeschränkungen bestehen würden, da mein Auto sieben Tage vor Ort stehen bleiben sollte. Dieses war nicht der Fall. Also setzte ich meinen Rucksack auf und ging los.

Schon bald lag der kleine Ort Liverdun hinter mir. Entlang einer kaum  befahrenen Landstraße ging ich in Richtung Toul.

Es war um die 20 Grad warm, der Himmel war bedeckt aber es war trocken. Eigentlich gutes Wetter zum Wandern.

Der Weg führte entlang der Mosel und vorbei an einer großen Staustufe. Nach etwa 1 ½ Stunden legte ich eine erste kurze
Rast ein, um ein Schluck Wasser zu trinken.

Nach einiger Zeit führte die Straße um eine teichartige Ausbuchtung der Mosel herum. Danach stieg sie nach Villey-Saint-Etienne hin an. Ich kam ganz schön ins Pusten. Am Ortseingang von Villey-Saint-Etienne gab es einen tollen Ausblick hinab ins Moseltal.

Um zu dem Aussichtspunkt zu gelangen, musste man die Straße ein Stück weit verlassen und sich auf ein verwildertes Wiesengrundstück begeben. Am Rand dieser Wiese fanden sich vereinzelte Weinstöcke, die kleine, dunkelrote Trauben trugen. Eine köstliche Erfrischung.

Schon bald war der kleine Ort Villey-Saint-Etienne durchquert und es ging wieder hinab ins Moseltal. Ganz am Horizont musste Toul liegen.

Wieder im Tal angekommen, erschlossen sich mehrere Routen. Zum einen konnte man entlang des Moselradweges in Richtung Toul
gehen. Ich entschied mich für eine Strecke rechts entlang des Moselkanals. Fast ausschließlich geradeaus führt dieser Kanal direkt in Richtung Toul.

Nachdem ich etwa sechs Kilometer dem Moselkanal gefolgt war, überquerte ich einen abzweigenden Kanal, den „Canal de la Marne au Rhin“. Bald darauf erreichte ich auch die Stadtgrenze von Toul und sah die dortige Kathedrale erstmals aus einer ganz neuen Perspektive. Zunächst ging ich Informations-büro, um mir erneut einen Stempel abzuholen. Als Hotel wurde mir das             ABC-Hotel empfohlen. Es liegt an dem Brunnenplatz genau gegenüber dem Hotel, in dem ich bei meiner Frühsommertour übernachtet hatte.


Auf dem Platz habe ich mir ein erfrischendes Bier getrunken. Hierbei kam ich mit einem Ehepaar aus den Niederlanden ins Gespräch, die auf der Durchreise zur  Cote Azur waren. Im Anschluss besorgte ich mir ein paar Zutaten für ein kleines Abendbrot und zog mich auf mein Zimmer zurück, welches dieses Mal zu den weniger schönen Hinterhöfen des Hauses lag.