Tag 25. Von Montigny-le-Roi nach Langres

Am 13.09.2011

Strecke 29 Km (Gesamt 629 Km)

 

Gegen 05:00 h morgens setzte kräftiger Dauerregen ein, dem mein Zelt gut standhielt. Eigentlich wollte ich schon um 06:30 h aufstehen. Aber ich hoffte darauf, dass der Regen noch aufhören würde, was er aber nicht tat. Also zog ich mich im kleinen Zelt komplett (mit Regenkleidung) an. Danach war ich, aufgrund der Enge im Zelt, erst mal ganz schön aus der Puste. Nun hieß es, dass nasse Zelt in den Rucksack zu packen und hierbei dafür Sorge zu tragen, dass der Rucksackinhalt dabei nicht total durchnässt. Irgendwie habe ich es gemeistert.

Erst um kurz nach        08:00 h ging ich vom Zeltplatz los. Es regnete in Strömen und die Wolken hingentief. Der Weg über die Landstraßen  machte mir überhaupt keine Freude. So ging es zunächst in Richtung Chauffourt.

Chauffourt ist ein für französische Verhältnisse sehr gepflegtes Dorf  mit dem einen oder anderen schönen Anwesen oder renovierten Bauernhöfen.


 

 

Am Ortseingang gab es erstmals einen Unterstand für Pilger, der auch als Notlager geeignet war. Er war mit Tisch und Bänken ausgestattet. In der neben liegenden Tränke gab es sogar Trinkwasser. An einem Deckenbalken hing als Notration eine große Salami.

Hinter Chauffourt führte der Weg weiter über kleine und kleinere  Sträßchen, bis er letztendlich in einen Waldweg abbog. Ab hier ließ die Beschreibung des DuMont Wanderführers sehr zu wünschen übrig. Bereits nach wenigen Metern gabelte sich der Weg, und dann wieder und dann nochmals. Ich versuchte so gut es ging, meine Richtung einzuhalten. Dieses führte jedoch dazu, dass ich auf eine Wiese in Kammlage eines Hügels gelangte, wo sich alle noch so kleinen Wege und Trampelpfade in Wohlgefallen auflösten. Die Wiese war rundum von einem etwa 80 Meter breiten Waldstreifen umgeben. An einer Stelle konnte ich im Tal eine Straße erkennen. Also durchquerte ich den Wald ohne Weg und gelangte an diverse Viehweiden. Hier musste ich dann vier oder fünf Stacheldrahtzäune überwinden, um bis an die Straße zu gelangen. Bei dieser Gelegenheit habe ich dann auch meinen DuMont Reiseführer samt Landkarte verloren. Erst auf der Straße habe ich dies bemerkt. Ich hatte aber keine Lust, den gesamten Berg wieder hinauf zu gehen und hierbei erneut mit der Regenkleidung durch die Stacheldrahtzäune zu klettern. Ich hatte ja nur noch etwa 10 Kilometer bis nach Langres und immer noch das Outdoor-Handbuch in Reserve. In die Outdoor-Beschreibung hätte ich nebenbei besser gleich geschaut, dann wäre mit die Cross-Partie erspart geblieben, da der Weg darin einwandfrei beschrieben war.

Auf der Straße musste ich erst einmal geschlagene 20 Minuten warten, bis das erste Auto vorbeikam. Ich erkundigte mich nach meinem nächsten Zielort Changey und stellte fest, dass ich tatsächlich auf meinen richtigen Weg zurückgefunden hatte. Hinter dem nächsten Hügel erreichte ich Changey.

Nur etwa zwei Kilometer hinter Changey gelangte ich an den Stausee „Reservoir du Charmes“. Ein großes, weit verzweigtes Gewässer, welches in der Mitte von einem befahrbaren Damm durchschnitten wird.

Mein weiter Weg sollte über diesen Damm führen. Auf der gegen- überliegenden Seite ging es erst ein Stück in Nähe des Stausees entlang, später stieg der Weg dann auf die Hochebene von Langres an.

Hier gab es dann auch einen ersten Blick auf den Hügel mit der Festungsstadt Langres.

Aber es sollte noch eine ganze Weile dauern, bis ich die Stadt erreichte. Zunächst durchquerte ich einen Vorort von Langres und dann den am Fuße des Berges gelegenen Ortsteil „Pont-du-Marne“. Wie der Name schon vermuten lässt, überquerte ich hier die Marne, einen eher unscheinbaren Bach.

Am Fuße des Berges befindet sich auch der Bahnhof den ich zunächst aufsuchte, um mir Rückfahrkarten für den nächsten Tag zu organisieren. Dank einer freundlichen Dame am Fahrkartenschalter ließ sich dies auch problemlos bewerkstelligen. Danach erfolgte der steile Aufstieg in Richtung Altstadt mit ihrem Festungsring. Schon im Bereich der Befestigungsanlagen ergaben sich schöne Ausblicke auf die weite Ebene von Langres.

Als erstes begab ich mich zur Kathedrale. Ein schlichtes aber dennoch beeindruckendes Bauwerk in romanisch / frühgotischen Stilmix. Hier, so habe ich beschlossen, sollte meine gegenwärtige Route ihr Ende finden. Also werde ich meine Pilgertour im kommenden Jahr auch an der Pforte der Kathedrale wieder aufnehmen.

Ich suchte kurz die Touristeninformation auf, wo ich den obligatorischen Stempel bekam. Außerdem ließ ich mir dort ein schönes Zimmer im Hotel  „La Poste“ vermitteln. Danach machte ich noch einen ausgiebigen Rundgang durch die wunderschöne Altstadt, den ich später am Abend leider aufgrund einsetzenden Regens abbrechen musste.

Den verregneten Abend verbrachte ich mit einer leckeren Flasche Rotwein auf meinem Hotelzimmer mit Blick auf einen kleinen Stadtplatz. Ich ließ mir das Erlebte der vergangenen Tage nochmals
durch den Kopf gehen und schlief rundum zufrieden ein.