Rückreise von Beaune nach Solingen

Am 19.06.2012

 

Ich hatte sehr gut in meinem Zelt geschlafen. In der Nacht dachte ich hin und wieder, dass es regnen würde, dem war aber nicht so. Mein Zelt stand unter einem Baum, der nach und nach kleine, feste Blüten abwarf. Als ich morgens das Zelt verließ, hatte sich an den unteren Rändern des Zeltdaches bestimmt jeweils ein gutes Pfund dieser Blüten gesammelt.

Ich habe an diesem Morgen extra getrödelt. Das Restaurant auf dem Platz öffnete erst um 08:00 h. Hier nahm ich in aller Ruhe mein kleines Frühstück zu mir. Danach baute ich das Zelt ab und packte ein letztes mal den Rucksack.

Danach drehte ich nochmals eine Runde durch die Altstadt von Beaune, wobei ich mich diesmal vornehmlich außerhalb des historischen Stadtkerns bewegte. Auch hier gab es den einen oder anderen schönen Ort zu sehen, so zum Beispiel eine alte Mühle und ein altes Waschhaus, die jeweils nach St. Jaques benannt waren.

Von dort aus gelangte ich schnell nochmals zu dem großen Gebäudekomplex des „Hostel Dieu“. Vor dem Haupteingang legte ich eine längere Pause ein und machte mir einige Notizen zum gestrigen Tag. Hier bat ich einen jungen Hobbyfotografen darum, ein Foto von mir mit meiner eigenen Kamera aufzunehmen.

Für mich bedeutete dieser Moment eigentlich das Ende der gegen- wärtigen Wanderwoche.


Ich plane bereits im September dieses Jahres weitere Etappen bis nach Cluny zu gehen.


Auf jeden Fall werde ich hier in Beaune vor dem „Hostel Dieu“ wieder starten und mir bei dieser Gelegenheit diese Sehenswürdigkeit noch einmal in aller Ruhe (und diesmal mit funktionierender Kamera) anzusehen.

In der Mittagszeit begab ich mich langsam in Richtung Bahnhof. Auch hierbei kam ich noch an dem einen oder anderen schönen Ort vorbei.

So verließ ich den historischen Stadtkern und erreichte über vielbefahrene Straßen nach und nach den Bahnhof von Beaune.

Da mein Zug erst ein paar Minuten nach 13.00 h fahren würde, war ich etwa eine Stunde zu früh dort.

Ich setzte mich in ein Straßencafé in Sichtweite des Bahnhofs und gönnte mir noch eine große Tasse Kaffee.

Als wenn mir das Wetter den Abschied aus dem Burgund erleichtern wollte, bewölkte es sich plötzlich und es fing nach fünf Tagen puren Sonnenscheins plötzlich an zu regnen. Ich konnte es fast nicht glauben.

Im warmen Regen verließ ich ein wenigwehmütig mit dem Zug das Städtchen Beaune in Richtung Dijon.  Am dortigen großen Bahnhof musste ich umsteigen. Da ich jedoch hierfür reichlich Zeit hatte, gestaltete sich dies völlig unproblematisch.

Pünktlich um 15:01 h erreichte ich den Bahnhof Langres. Mein Auto stand immer noch unbeschadet auf dem Bahnhofsvorplatz, und es sprang auch an. Ein wenig erleichtert darüber zog ich
die Wanderschuhe aus.


Sie hatten mir sieben Tage lang, im Dauerregen und bei Hitze, treue Dienste geleistet, ohne auch nur die Spur einer Blase zu verursachen.


Über die Autobahn ging es dann Richtung Heimat. Es lief sehr gut und ohne jeglichen Stau, so dass ich gegen 21:20 h wieder zu Hause eintraf.


Dank der vorhergehenden Urlaubswoche zu Hause und der nach- folgenden Woche auf Norderney konnte ich diese Etappe von vorne herein entspannt und mit freiem Kopf angehen. Ein sehr schönes Gefühl.


An den ersten beiden verregneten Tagen durch die schier unendlich erscheinenden Wälder bis nach Grancey-le-Chateau zweifelte ich schon das eine oder andere Mal an der Sinnhaftigkeit meines Vorhabens.

Diese Zweifel lösten sich aber im Sonnenschein der nachfolgenden Tage, im offenen Tal der Tille und in den weiten Weinfeldern der Cote d’Or völlig auf.


Es war insgesamt eine sehr schöne, eindrucksvolle und erholsame Zeit für mich, an die ich mich noch sicherlich lange  erinnern werde.


Vor allem werde ich aber in Erinnerung behalten, dass ich die Bewohner des Burgunds trotz aller Verständigungsprobleme (die ja zu meinen Lasten gehen) als ausnahmslos freundliche und hilfsbereite Menschen kennen lernen durfte.