Tag 44. Von Pommiers-en-Forez nach Montverdun

Am 08.09.2013

Strecke 18 Km (Gesamt 1070 Km)

 

Es hatte tatsächlich die ganze Nacht über geschüttet. Um 07:30 h bin ich aufgestanden. Im Wohnwagen war es murkelig warm, da ich abends vergessen hatte, die Heizung runter zu drehen.

Da heute nur eine kurze Etappe anstand, trank ich erst einmal in der Bar am Campingplatz zwei große Kaffee. Croissants gab es leider nicht. Ich kaufte die letzte Flasche Rotwein aus dem Regal und füllte sie in meine rote Aluflasche um. Heute war Sonntag, wer weiß, ob man heute Abend in Montverdun etwas kaufen könnte.

Das Wetter beruhigte sich und schnell konnte ich das Regenzeug wieder ausziehen.

 

Heute handelte es sich um eine wenig anspruchsvolle Strecke, die meistenteils eben über irgendwelche Fahrstraßen verlief. Ich kam deshalb auch sehr früh in Montverdun an.

In einer Bar beobachtete ich, bei einem Kaffee, die männliche Dorfbevölkerung, die eifrig mit kleinen Einsätzen auf Pferderennen wetteten, die im Fernsehen live übertragen wurden.

Während des Aufenthaltes in der Bar fing es wieder an zu regnen. Als der Regen etwas nachließ, ging ich die wenigen hundert Meter hinauf zum alten Kloster auf dem "Pic Montverdun".

 

Hier traf ich auf sehr freundliche Herbergseltern, die ausgerechnet an diesem Tag ihren Job zum ersten Mal machten. Sie hatten keine Ahnung, wie das mit Übernachtungs- gästen abläuft und hangelten sich an einer Checkliste entlang, auf der die wirklich wichtigen Punkte nicht eingetragen waren.

Die Herbergseltern sprachen perfekt Deutsch, was mich sehr verwunderte. Im Gespräch erfuhr ich, dass sie sich beim Germanistikstudium an der Sorbonne kennen gelernt hatten und lange Jahre an der Uni Heidelberg deutsche Sprachforschung betrieben haben.

 

Die Beiden lösten alle aufkommenden Probleme mit einer Menge Humor und viel Mut zur Lücke und Improvisatitionstalent.

Inzwischen war auch das französische Ehepaar in dem Kloster eingetroffen.

Gemeinsam schliefen wir in einem Schlafsaal, dem ehemaligen Mönchsschlafsaal, mit sechs Betten.

Ab 19:00 h waren wir Drei dann die Burgherren. Der Herbergsvater übergab uns den Klosterschlüssel, da er der Meinung war, man könne niemanden über Nacht dort oben in dem alten Gemäuer einschließen.

Zusammen mit dem französischen Ehepaar aß ich zu Abend. Ich hatte ein Fertiggericht vorbestellt, welches man durchaus genießen konnte. Da es bei dem Fertiggericht  an frischen Obst und Gemüse fehlte, bekam ich von dem Ehepaar einige Tomaten und einen Pfirsich. Im Gegenzug spendierte ich den Rotwein, den ich wohlweißlich morgens noch erstanden hatte. Im Gespräch erfuhr ich, dass die beiden Michel und Marie-Therese hießen.

In der Dunkelheit schossen wir gemeinsam noch einige Fotos von dem romantischen Gemäuer und gingen dann früh zu Bett.