Hier finden Sie meine Erfahrungen und Eindrücke auf dem Streckenabschnitt zwischen Le Puy-en-Velay und Moissac.

 

In diesem Jahr habe ich an 17 Wandertagen (zuzüglich zweier Ruhetage) die rund 420 Kilometer zwischen Le Puy-en-Velay und Moissac zurückgelegt.

Erneut ist zwischen der letzten und der diesjährigen Wanderung ein ganzes langes Jahr verstrichen.

Ich bin, wie schon im vergangenem Jahr, mit EUrolines-Bussen an- und abgereist.

Meine Anreise erfolgte mit dem Bus von Köln nach Lyon. Nach ein paar Stunden Aufenthalt in Lyon ging es per Bahn weiter in Richtung Le Puy. Allerdings hatte ich mich auf diese Bahnfahrt durch das malerische Loiretal vergebens gefreut. Aufgrund von Gleisbeschädigungen im Loiretal ging die Fahrt nur bis Firminy. Ab dort ging es mit dem Bus weiter nach Le Puy. 

Auf dem Heimweg fuhr ich zunächst eine knappe Stunde mit dem Zug von Moissac nach Toulouse. Hier verbrachte ich einen schönen Nachmittag und Abend. Eine günstige Übernachtungsmöglichkeit fand ich in einem Hotel direkt gegenüber des Bahnhofs. Am Vormittag des Folgetages sah ich mich erneut im schönen Toulouse um, bevor es am frühen Nachmittag wieder mit dem Euroline-Bus in Richtung Köln ging.

Auch im diesen Jahr hatte ich im September Glück mit dem Wetter. Abgesehen von zwei kurzen Gewittern unterwegs musste ich nur auf meiner letzten Wanderetappe nach Moissac mein Regenzeug auspacken. Das heißt, eigentlich regnete es nur bis in den frühen Nachmittag hinein. Am Abend war es schon wieder trocken.

Ansonsten schien die Sonne meistenteils aus stahlblauen Himmel.

Besonders schön empfand ich, dass am Morgen die Täler oftmals im Nebel lagen. Von den Höhenrücken aus ein sehr schöner Anblick. Sobald die Sonne zwischen 10:00 h und 11:00 h ihre Kraft entwickelte, löste sich der Frühnebel innerhalb weniger Minuten auf.

Diesmal ging es, insbesondere im ersten Teil der Etappe, so einige Male sehr steil bergab und wieder bergauf. Überhaupt ging es eigentlich fast immer irgendwie bergauf und bergab, nicht um hunderte Meter, aber immerhin so, dass man es deutlich in den Beinen merkte. Erst gegen Ende der diesjährigen Tour wurden der Wegverlauf flacher. Vielleicht erschienen mir die letzten Tage auch nur aufgrund der zurückliegenden "Trainingstage"  einfach nur leichter.

Dank des dichten Herbergsnetzes ließ ich mein Zelt in diesem Jahr zu Hause. Geschlafen habe ich in kirchlichen, kommunalen und privaten Unterkünften.

Die Qualität reichte hier von sehr einfach für Selbstversorger über Übernachtung mit Frühstück bis hin zur Halbpension mit teilweise hervorragendem Abendessen.

Die Preisgestaltung erstreckte sich hierbei vom "Donativo" (einer freiwilligen selbstbestimmten Spende), über 10 - 12 € für die reine Übernachtung, von 15 - 17 € für Übernachtung mit Frühstück bis hin zu 30 - 32 € für die Halbpension.

Die Unterkünfte waren, mit Ausnahme einer einzigen, durchweg sauber und gepflegt.

Überrascht hat mich die hohe Anzahl von Pilgern und Wanderern. Deshalb war, insbesondere auf den ersten Streckenabschnitten, eine Bettreservierung für den Folgetag empfehlenswert, wenn nicht unabdinglich.

Insbesondere zwischen Le Puy und Figeac war der Weg stark frequentiert. Erst hinter Cahors wurde es deutlich ruhiger und man brauchte sich um die nächste Übernachtung keinen Kopf mehr zu machen.

Da so viele Weggefährten unterwegs waren, habe ich natürlich auch Bekanntschaften mit den unterschiedlichsten Nationalitäten gemacht.

Es waren sehr viele Kanadier und auch einige Amerikaner und Franzosen unterwegs. Ich lernte einen Ungarn kennen. Traf auf mehrere Belgier, zwei Koreaner, auf ein Ehepaar aus Österreich und auf Schweizerinnen, von denen ich Eine gerne in Erinnerung behalten werde.

Die Wegkennzeichnung ist völlig unproblematisch, da die "Via Podiensis" auf der Strecke des GR65 verläuft. Der GR 65 ist, wie alle GR's, mit einem weiß-roten Balken gekennzeichnet.

Vor Kreuzungen wird angezeigt, ob es links, rechts oder geradeaus weiter geht. Hinter Kreuzungen sind die jeweils falschen Wege durch ein weiß-rotes Kreuz markiert.

An den wenigen Stellen wo sich GR's kreuzen, sind Schilder mit eindeutiger Benennung der jeweiligen Fernwanderweges aufgestellt.

Mit ein wenig Aufmerksamkeit ist ein Verlaufen nahezu ausgeschlossen.

Ich habe auf meiner diesjährigen Wanderung erneut die unterschied-lichsten Landschaften genossen.


Das Velay, mit seinen sanften, grünen Hügeln und kleinen Dörfern.


Die Margeride, mit ihren zerrissenen Wäldern und ihren verstreut herumliegenden, riesigen Steinen.


Das fast baumlose und nahezu unbesiedelte Aubrac, welches mit seinen unendlichen Weideflächen und Steinmauern eher an Schottland erinnert.


Das grüne Tal des Lot mit seinen mittelalterlichen Städtchen.


Und nicht zuletzt die Causses, mit ihrem karsten, spröden Charme und den riesigen Steineichenwäldern.