Tag 53. Von Saugues nach Domaine Sauvage

Am 14.09.2014

Strecke 19 Km (Gesamt 1273 Km)

Nach einem kurzen gemein-samen Frühstück mit Ebby und Alain trennten sich unsere Wege. Auch am Ortsausgang von Saugues stand eines dieser beeindruckenden Holzkunstwerke. Es war derart groß, dass sich im Fuss des ehemaligen Baumes hinter einer Türe sogar eine kleine Kammer befand

Von hier aus ging es zunächst durch Wiesen, Weiden und lichtem Wald in Richtung Margeride.

Die hügelige Weidelandschaft ist gekennzeichnet durch ihre zerrissenen Nadelholzbestände und den vereinzelt oder auch in Gruppen herumliegenden riesigen Steinen. Leider konnte man die Schönheit der Landschaft an vielen Stellen nur erahnen, da sich heute der Nebel beständig bis in den frühen Nachmittag hielt.  

So ging es bis La Falzet, einem verschlafenen Dorf in der Margeride. Hier steht noch ein auf Fels gebauter achteckiger Turm, der als letzter Teil einer Festungsanlage den Hundertjährigen Krieg sowie die Religionskriege überdauert hat.

Auf dieser Passage lernte ich Franz aus Hamburg kennen, der mit seiner französischen Begleiterin Marie unterwegs war. Auch die Beiden hatten sich vor Jahren auf dem Jakobsweg kennen gelernt und gehen seit dem immer wieder einmal ein Stück gemeinsam. 

Während einer kurzen Mittags-pause klarte es dann endlich auf und die Land-schaft präsentierte sich in ihrer vollen Schönheit

Vom Hof "Contaldès" aus, geht der Weg gemächlich bergan zum Weiler Chazeaux. Von dort aus führt er, weiter ansteigend, durch lichten Wald.

Die Kuppe des ansonsten ringsum bewaldeten Berges wird von einer riesigen Weidefläche gekrönt, die sich in etwa 1300 m Höhe befindet. Es handelt sich um die Ländereien der "Domaine du Sauvage".

Der Gutshof wurde bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts durch den Templerorden errichtet. Dementsprechend hinterlässt er bis zum heutigen Tag noch einen trutzigen und wehrhaften Eindruck. 

An der Domaine traf ich erneut auf Csaba, Barbara und Marc. Nach einem kurzen Gespräch mussten die Drei leider noch ein paar Kilometer weiterziehen, da die Unterkunft bis auf das letzte Bett ausgebucht war.

Im Laufe des Nachmittags / Abends unterhielt ich mich auf der schön gelegenen Terrasse des Hofes  längere Zeit mit Franz aus Hamburg.

Danach lernte ich Kevin aus Washington D.C. kennen. Er war für die amerikanische Einwanderungsbehörde und zuvor bei der Mexican Border Police tätig. Aufgrund unseres ähnlichen Berufsbildes ergab sich ein langes, tiefgreifendes Gespräch.

Um 19:00 h gab es ein gemeinsames Pilger-Essen. Ich teilte meinen Tisch mit Kevin, Franz und Marie, Claudia aus der Schweiz, einer freundlichen Frau mit unaussprechlichen Namen aus Guadeloupe und weiteren Personen.


Serviert wurde zunächst eine passierte Gemüsesuppe, danach ein Kartoffelgratin mit Schweinebraten, eine kleine Auswahl regionaler Käsesorten und als Dessert einen mit Mandeln und Honig gefüllten Bratapfel.


Müde und satt ging ich gegen 21:00 h zu Bett.