Tag 64. Von Varaire nach Cahors

Am 26.09.2014

Strecke 32 Km (Gesamt 1552 Km)

Gemeinsam mit mit dem "Hospitalero" Robert saß ich beim Frühstück. Danach musste ich meinen Rucksack komplett neu packen, da dessen Inhalt zu Desinfektion über Nacht auf unterschiedliche Plastiktüten verteilt war. Zum Glück hatte meine Kleidung nicht diesen durchdringenden chemischen Geruch des Insektizides angenommen.

Gegen 08:00 h war alles  verstaut und ich machte  mich auf den Weg in einen sonnigen Morgen.

Nach gut einer Stunde erreichte ich das Örtchen Bach, welches lediglich aus einigen Bauern- häusern besteht. Immerhin gab es hier einen aus-führlichen  Holz-wegweiser zu sehen.

Vorbei an einer Jakobsfigur führten mich gut zu gehende Wege weiter durch "die Causes". Die Sonne stand noch immer tief und warf lange Schatten.

Immer häufiger begegnete ich den stattlichen "Gottesanbeterinnen", meistens jedoch auf Straßen, da sie gut getarnt im Gras nicht so schnell auszumachen sind.

Hinter "Moulin Bas" unterquerte ich die Autobahn. Im weiteren Verlauf folgt ein längerer Anstieg durch einen schattenlosen Hang, auf den die Sonne am späten Vormittag erbarmungslos niederbrannte. Auf der Höhe angekommen, gönnte ich mir eine längere Pause. Ein kleiner, blauer Schmetterling wollte überhaupt nicht von mir lassen und landete immer wieder auf meiner Haut. 

Der Weg führte erneut über lange Strecken durch einsame Steineichenwälder. Wo immer sich der Blick seitlich eröffnete, gab es auch etwas zu sehen, Burons, alte Ruinen oder aber frisch gepflügte steinige Äcker.

Am frühen Nachmittag gelangte ich, nach der Durchquerung eines Wohngebietes, auf eine fast baumlose Hochfläche. Hier entwickelte die Sonne ihre volle Kraft und es war sehr heiß und staubig. Dennoch hatte der Weg hier seinen besonderen Reiz.

Irgend Jemand hatte sich in dieser karsten Gegend die Zeit genommen, einen "Miniburon" aus Schottersteinen zu errichten und mit Blumen zu schmücken. Vielleicht handelte es ja auch um ein Grabmal für ein Kleintier.

Plötzlich fiel die Hangkante ab und gab einen ersten schönen Blick auf den Ort Cahors mit seinen zahlreichen Brücken, tief unten im Tal des Lot, frei.


Ich war froh mein heutiges Tagesziel bald erreicht zu haben. Den ganzen Tag über hatte ich kaum eine Menschenseele getroffen und es gab in den heißen Mittags- und Nachmittagsstunden keinerlei Einkehrmöglichkeiten.

Über einen schmalen Teer-weg, der sich schnell zu einer kleinen Straße mauserte, ging es sehr steil hinab an den Stadtrand von Cahors und an den Lot.

Ich überquerte den Fluss über die "Pont Louis Philippe". Am stadtseitigen Ende der Brücke steht ein kleines, altes Wachhaus das "L'Octroi des Cahors". Bereits hier empfingen zwei Damen die ankommenden Pilger mit erfrischenden Getränken. Sie erfragten meine Herkunft und boten mir an, eine geeignete Pilgerunterkunft zu finden. Letzteres war nicht nötig, da ich mich in Cahors bereits für zwei Nächte im Hotel ange-meldet hatte. 

Die "Pont Louis Philippe" geht in den "Boulevard Gambetta" über. Dieser ist die schmucke, pulsierende Hauptverkehrsachse durch die Stadt. Entlang des Boulevards gibt es schöne Stadtplätze und diverse Restaurants.

Als Erstes suchte ich das von mir gebuchte "Hotel de France" auf. Es war ein relativ preisgünstiges und sauberes Hotel, in dem ich, staubig wie ich war, sehr freundlich empfangen wurde

Nachdem ich mich geduscht und umgezogen sowie ein wenig Wäsche gewaschen hatte, ging ich los, um die Stadt ein erstes Mal zu erkunden.

Im Grunde kam ich aber nur bis zum "Place Chapou" zu Füssen der "Kathedrale St-Ètienne". 

Die heutigen 32 Kilometer bei heißem Wetter hatten mich doch sehr mitgenommen. Also ruhte ich mich bei einem frisch gezapften Bier in einem Straßenrestaurant aus. Kurz vor Geschäftsschluss kaufte ich noch ein paar Zutaten für mein Abendbrot ein und schlenderte über den "Boulevard Gambetta" zurück in mein Hotel.